Seit einem Monat beziehe ich das wöchentliche Hofkistl von L’ode à la Ferme, und ich möchte festhalten, wie sich das im Alltag tatsächlich anfühlt – nicht nur, was in der Kiste liegt, sondern auch, wie die Auswahl zustande kommt und ob die Beschreibungen auf der Website stimmen.
Was mich zuerst überzeugt hat, war die Transparenz bei den Herkunftsangaben. Bei jedem Produkt steht nicht nur der Hof, sondern auch die Verarbeitungsweise: Der Bergkäse aus der Alpkäserei stammt von Kühen, die im Sommer auf 1.400 Metern grasen, und die Reifung dauert zwölf Monate in der Naturhöhle. Das klingt nach Marketing, aber die erste Lieferung hat es bestätigt – der Käse hatte diese leicht nussige Note und eine cremige Textur, die man bei Supermarktware selten findet.
Die Konfitüre mit alten Apfelsorten war für mich die größte Überraschung. Ich hätte nicht erwartet, dass eine Konfitüre so wenig süß sein kann und trotzdem intensiv schmeckt. Die Säure der Reinette kommt klar durch, und die Stückchen sind nicht zu fein püriert. Dazu passt ein kräftiger Bergkäse besser als Butter – das stand übrigens auch so im Begleitschreiben, und ich hätte es ohne den Hinweis nicht probiert.
Was mich nach einem Monat am meisten überzeugt, ist die Beständigkeit. Die Lieferung kam bisher immer am vereinbarten Donnerstag, die Kühlkette war eingehalten, und die Verpackung bestand aus wiederverwendbarem Glas und Papier. Einmal war ein Glas Honig beim Transport gesprungen – der Ersatz kam zwei Tage später ohne Rückfragen, nur mit einer kurzen Entschuldigung und einem handgeschriebenen Zettel.
Für wen ist das Abo geeignet? Wer gerne kocht und Wert auf nachvollziehbare Herkunft legt, wird hier fündig. Wer nur schnellen Proviant sucht, ist mit dem Hofkistl eher überfordert, weil man sich mit den Produkten beschäftigen muss – das ist aber genau der Punkt. Ich habe in diesem Monat mehr über regionale Käsesorten und alte Obstsorten gelernt als in den Jahren davor im Biomarkt.
Ein kleiner Kritikpunkt: Die Mengen sind auf zwei Personen ausgelegt, und wenn man allein wohnt, muss man manches einfrieren oder verschenken. Die Begleithefte mit Rezeptideen helfen dabei, aber sie setzen voraus, dass man Zeit zum Kochen hat. Wer das berücksichtigt, bekommt ein ehrliches Produkt mit klarer Kante – und das ist heute nicht selbstverständlich.
Für alle, die überlegen, ob sich das Abo lohnt: Ich habe vorher die Erfahrungen anderer Kundinnen und Kunden gelesen und dann mit einer Einzelbestellung begonnen. Wer lieber zuerst unverbindlich testen möchte, findet auf der Kontaktseite die Möglichkeit, eine Probekiste anzufragen.